Samstag, 5. Oktober 2013

Zur Hausgeschichte des Hauses Wannweil Hauptstr. 18





Das Haus Hauptstr. 18 ist fotografisch relativ gut dokumentiert. Nur noch wenige alte Wannweiler sagen "bei der bösa Bäs" aber in der früheren Umgangsprache waren solche Begriffe etwas Normales. Jeder wusste, wer gemeint ist.
Ordnungsbegriff heute sind die in den 1950er Jahren per Verpflichtung eingeführten Straßennamen mit straßenbezogenen Hausnummern. Früher wurden auch in Wannweil die Hausnummern fortlaufend nach Fertigstellung der Häuser vergeben. Die ganz alten, niedrigen Hausnummern rühren von den um 1808 angelegten Brand-Versicherungskatastern her, die im Gemeindearchiv selbstverständlich noch vorhanden sind. Seit dem Mittelalter bis zur Vergabe der Brand-Versicherungsnummern wurden die Grundstücke verbal beschrieben: "An der Landstraße nach Reutlingen gelegen, stoßend auf den Kirchhof" usw.
Derzeit stehen die Geschäftsräume (EG Hauptstr. 18). Zuvor waren ein Computerladen und eine Fahrschule untergebracht. Vorher war hier bis um 2000 der Landespolizei-Posten, der mit dem wohlbekannten Herrn Sakko besetzt war. Eigentlich war das Gebäude als Filiale der Kreissparkasse um 1955 erbaut worden. Das Kreditinstitut benutzte diese Räume bis zur Fertigstellung des Neubaus in der Nachbarschaft im Jahre. 1984, wo sich die Kreissparkasse auch 2011 noch befindet.

Ursprünglich stand hier das traufständige Kleinbauernhaus von Fräulein Henes, im Volksmund "böse Bäs" genannt. Der mündlichen Überlieferung nach soll sie die toten Hennen gegessen haben, welche die Echaz herunter kamen . Diese Geschichte wird bis heute weiter erzählt. Durch Zufall ist uns ein Foto von diesem Hause in der Sammlung Ott erhalten geblieben. Der Werdegang wird im (vergriffenen) Bildband Wannweil I von 1984 auf Seite 71 geschildert. Solche Wohnverhältnisse können wir nur noch in den benachbarten Freilichtmuseen nachempfinden. Die Folge der Nutzungen mancher Gebäude im Ortszentrum ist manchmal so schnell, das einem Veränderungen gar nicht auffallen.
Botho Walldorf

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